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Unsere Logengeschichte im Überblick

1912! Seit über vier Jahrzehnten war das deutsche Volk im Deutschen Reich geeint, gab es wieder einen deutschen Kaiser, stieg deutsches Land und Volk aus langer Zerrissenheit und Schwäche zu Macht und Weltgeltung. Im Geistesleben begann die „ Aufklärung „ abzuklingen, die Wissenschaft lernte erkennen, dass dem menschlichen Wissen Grenzen gesetzt sind, über die hinaus nur Blicke des Glaubens zu dringen vermögen. Kein Wunder, dass die Freimaurerlogen, die zwar abseits der Kirchen, doch nicht gegen die Kirchen altes Glaubensgut hüteten, starke, für engere brüderliche Bindung oft zu starke Mitgliederzahlen aufwiesen. So beschloss man denn in der Leitung der Großen National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" aus der Reihe der Brüder in Berlin drei neue Johannislogen zu bilden: Friedrich der Große, Friedrich zur Bruderkette und Ring der Ewigkeit.       

Die Stiftungsurkunde trägt das Datum des 9. März 1912, am 23. März 1912 wurde in die neugegründete Johannisloge Friedrich der Große in der Splittgerbergasse das maurerisches Licht eingebracht.

Die Entwicklung der jungen Loge in den ersten 10 Jahren, überschattet vom ersten Weltkrieg, vom Sturz Deutschlands, von Revolution, Inflation und weiteren Nachkriegs-erscheinungen ist in einer Festschrift zum 10 Jährigen Stiftungsfest dargestellt. Daraus sei kurz folgendes entnommen, bzw. ergänzt: Den ersten Hammer führte der Br. Karl Habicht, Pfarrer an St. Petri. Als nach dem Johannisfest des Jahres 1919 der Nationalgroßmeister Br. Techow (Mstr. v. St. der Johannisloge Bruderbund am Fichtenberg) starb, wurde Br. Habicht zum National-Großmeister gewählt; er hat sein Stuhlmeisteramt und sein Großmeisteramt zielbewusst bis zum Jahre 1929 geführt. In der Johannisloge trat an seine Seite als zug. Mstr. v. St. Br. Konrad Klingner, Tierarzt, den im Jahre 1916 Br. Franz Franke ablöste. Seit 1921 wurde dem durch sein Großmeisteramt überlasteten Br. Habicht ein zweiter zug. Mstr. v. St. Zur Seite gestellt, Br. Emil Braun, Oberamtmann.

1922! Wie sah es 1922 aus? Deutschland lag am Boden, das Kaisertum erloschen, rings beutegierige Sieger, der Geldwert im Sinken, ein Strom aber von Suchenden drängte zu den Pforten der Tempel der königlichen Kunst. 20...30...40 Aufnahmen im Jahr zeugten von der Sehnsucht der Menschen nach einem sittlichen Halt, einem geistigen Zentrum, zeugte aber auch davon, dass man glaubte, in den Freimaurerlogen Bewahrer überkommener, bislang noch gültiger Werte sehen zu dürfen. So wuchs die Johannisloge Friedrich der Große schnell immer noch unter der Hammerführung des Bruders Karl Habicht auf ca. 400 Mitglieder an. Unter den Neu-Aufgenommenen befand sich auch der damalige Außenminister der Weimarer Republik Dr. Gustav Stresemann, der am 22. Juni 1923 das maurerischer Licht erblickte. Im Jahre 1925 schied eine Anzahl Brüder unter Führung des Bruders Josef Wilde aus, um eine neue Johannisloge Prometheus zu gründen. MvSt. wurde Br. Wilde, zug. MvSt. Br. Hermann Herbst. Die Brüder Ressel und Löllke versahen die Aufseherposten. Zu gleicher Zeit aber ließen auch die Aufnahmen nach: der nationalsozialistische Kampf gegen die Logen und die Freimaurerei im ganzen begann seine Wirkungen abzuzeichnen. Manche Brüder bangten um Amt und Brot und deckten die Loge. Innerhalb der Großloge bildeten sich der Bielefelder und Wetzlarer Ring, die für eine Annährung an die national-sozialistischen Ideen eintraten. Großmeister Habichts Widerstandskraft erlahmte, 1929 schied er aus Großmeister- und Meisteramt aus. Als Großmeister folgte ihm Br. Bordes, als MvSt. der Johannesloge Br. Erich Hollenbach. Aber das Schicksal nahm seinen Lauf. Auf die "Machtergreifung" 1933 folgte die erzwungene Schließung bzw. Auflösung der Logen 1935. Das Logenhaus in der Splittgerbergasse wurde geplündert, alle Akten und die Bibliothek geraubt, alle Ritualien vernichtet und zerstört, wertvolle Bilder und Kunstgegenstände verbrannt. Nur ganz kleine Kreise von Brüdern führten fortan ein Stammtischleben und hüteten so in kleiner Flamme das maurerischer Licht.

1945! Zehn Jahre sind vergangen, seit das Licht gelöscht, die Säulen gestürzt wurden; die Brüder zerstreut, zum Teil gefallen oder gestorben, im KZ umgekommen, oder eben alt und grau geworden. Aber die Idee lebte! Nur weniger Brüder des "Prometheus" waren übrig, noch weniger aus "Friedrich der Große". Da des großen Königs Name nichts mehr galt, schlossen sich die Brüder im "Prometheus" zusammen. Einer der eifrigsten war Br. Traugott Mann, der im Handwagen aus der Gestapo-Unterkunft freimaurerische Bücher und Utensilien sammelte und sie zur Eisenacherstraße brachte, da die Splittgerbergasse, d. h. all das, was nach dem großen Bombenangriff auf Berlin am 3. Februar 1945 übrig war, von den Russen beschlagnahmt worden war. Er und Br. Paul Friedewald sammelten auch die wenigen Brüder der Friedrich-Kette und als "JL Prometheus" konnten sie am 12. Juli 1946 zum ersten Male gemeinsam tagen und am 25. August 1946 das neue Licht in die alte Bauhütte einbringen. MvSt. war der Br. Hermann Herbst, zug. MvSt. Br. Otto Steinbrück. Zwei Jahre später hatten sich die Verhältnisse soweit beruhigt, dass auch der Name des königlichen Gründers und Bruders der drei Weltkugeln keinen Anstoß mehr erregte, so dass die alte-junge Loge sich nunmehr "JL Friedrich der Große- Prometheus" nennen konnte. Manche Brüder aus den abgeschlossenen Ostgebieten fanden sich bei ihr ein, der Studienfreund Gustav Stresemanns, Br. Erwin Sachse, wurde zweitzug. MvSt. (er starb 1957). Die Brr. Hermann Körber und Paul Fischer setzten die Tradition der alten Aufseher fort; in Br. Emil Löwenstern (aus Naumburg) fand sich ein vortrefflicher Schriftführer, dem nach seinem Tode ein würdiger Nachfolger in Br. Ergo von Reinhart folgte. Br. Paul Jahnke führt seit fast eineinhalb Jahrzehnten Schätze mehrend die Kasse. Br. Herbst musste 1949 krankheitsbedingt den Hammer niederlegen. An seine Stelle trat Br. Otto Steinbrück und Br. Ernst Törppe ergänzte als zug. MvSt.. Etwa 30 Brüder haben seit dem in der Bauhütte "Friedrich der Große- Prometheus" das maurerische Licht erblickt, einige davon sind wieder ausgeschieden, rund 40 Alte sind den Weg in den e. O. gegangen. Wir aber, die wir leben hüten das Licht! (Auszugsweise aus der Festschrift zum 50jährigen Bestehen)

Der Br. Ernst Törppe wurde 1963 zum MvSt. gewählt. Er wurde von Br. Joachim Camrath 1972 abgelöst. Ende der 60er Jahre machte sich in der Bauhütte ein starker Generationenknick bemerkbar. Der überwiegende Teil der Brüder war noch in der Kaiserzeit geboren. Sie hatten also fast zeitlebens ein entbehrungsreiches Leben geführt und das hatte zur Folge, dass der Bestand an Mitgliedern durch Umzug nach Westdeutschland oder durch Tod zusammenschrumpfte. Es war also zwingend erforderlich, dass die jüngere Generation, also die Brüder, die nach dem ersten Weltkrieg zur Welt gekommen waren, das Schicksal der Loge in die Hand genommen haben. 1976 wurde der Br. Werner Köster gerade 50 geworden zum MvSt. gewählt. Von 1980 bis 1983 war Br. Heinz Herpich der MvSt. Die Überzeugung der Brüder Heinz Herpich und Werner Köster, der königlichen Kunst am besten zu dienen, wenn der Toleranzgedanke des großen Königs in die Herzen aller Brüder der Bauhütte getragen wird, hat sich über alle Maße bewährt.

Getreu dem Grundsatz Friedrichs des Großen: "Es kann hier jeder nach seiner Facon selig werden!",wollten diese beiden Brüder nach der dunkeln Zeit des Nationalsozialismus mehr denn je zuvor, dass Toleranz sei gegen jedwede Eigenart eines Menschen, eines Bruders, einer Loge, einer Großloge. Dieser Grundsatz des großen Königs war in der Zeit vor 1935 nicht immer oder oft nur halbherzig befolgt worden, insbesondere was die Aufnahme von Angehörigen anderer monotheistischer Religionen anbetraf. So wurden neue Brüder aufgenommen, die nicht unbedingt Deutsche, Christen oder Weiße waren. Was aus heutiger Sicht normal erscheinen muss, war es in den späten 60er und 70er Jahren auch in der toleranten Freimaurerei nicht unbedingt! Gewiss, die Loge war nicht groß an Mitgliederzahl, sie war und ist aber groß und beispielhaft in der Verwirklichung dieses Toleranzgedankens. So wurde am 28.09.1976 der ägyptische Br. Ali Zaki als Moslem in die Loge aufgenommen, es war die erste Aufnahme eines Moslems in eine Tochterloge der Großen National- Mutterloge Zu den drei Weltkugeln. Er blieb nicht der Einzige, z. B. wurde der libanesische Br. Mazhar Hamzeh am 06.10.1981 aufgenommen. Br. Köster übernahm den ersten Hammer wieder im Jahr 1983. Die offene und positive Einstellung der Loge schlug sich auch in der Entwicklung der Mitgliederanzahl nieder. Die Anzahl der Brüder hatte sich gut entwickelt, obwohl das allgemeine Interesse an der Freimaurerei in diesen Jahren nicht groß war und das Logenleben häufig im sehr kleinen Kreis verlief. Manchmal nur 2-3 Brüder! Doch die Brüder hielten durch und die Loge wuchs Bruder für Bruder. Br. Zaki und Br. Köster berichteten später, dass in dieser Zeit, dass „Überleben“ der Loge wohl am kritischsten war. „Wenn da einer gegangen wär’, wär’s vorbei gewesen!“ Doch es kam anders!

Junge Brüder kamen hinzu und trafen auf alte aber offene und interessierte Brüder. Von 1988 bis 2005 verdoppelte sich die Anzahl der Brüder und das Durchschnittsalter sank erheblich. Der Br. Ali Zaki übernahm 1992 den ersten Hammer. Die Loge blühte regelrecht auf! Rosenfeste und Weihnachtsfeiern mit 80 Teilnehmern waren normal. Einige Brüder hatten persönliche Kontakte nach Frankreich und engagierten sich im Aufbau des Jugendwerks der Freimaurer. Der Br. Herbert Gericke, langjähriger Schriftführer unserer Loge, sei hier genannt. Andere wie die Brr. Heinz Bicker und Jürgen Lindner standen in engem Kontakt mit einer Loge in Tampere, Finnland. Die Begründung unserer Logenpartnerschaft mit der französischen Loge Le Lys et le Lion im Orient Flandern im Jahre 1994 war ein wunderbarer Höhepunkt – diese Partnerschaft besteht bis heute! Ohne die vorbildliche Verwaltung der „Berufsmaurer“ der Brr. Köster, Zaki und auch Egon Gerhardt als langjähriger Schatzmeister wäre so ein kontinuierliches Wachstum kaum möglich gewesen. Mit Ruhe und Gemütlichkeit werden wir in treuer Pflichterfüllung zum Wohle unserer Loge und der Freimaurerei weiter arbeiten und der königlichen Kunst dienen. Denn wie heißt es in HermaHesse’sMorgenlandfahrt: „Es ist das Gesetz vom Dienen. Was lange leben will, muß dienen.“

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